Drei Dinge, die hier einen überraschend großen Unterschied machen
Was passiert eigentlich mit einem Halfter, einer Schabracke oder einer alten Putzbox, nachdem sie ihre Reise nach Ghana angetreten haben?
Unsere erste größere Lieferung mit Pferdeausrüstung ist inzwischen in Ghana angekommen – und ehrlich gesagt hat uns selbst überrascht, wie schnell sich gezeigt hat, wie groß der Bedarf tatsächlich ist.
Die Ausrüstung aus dieser ersten Runde erreicht mittlerweile rund 7 Ställe, 45 Pferde und 15 Menschen, die täglich mit Pferden arbeiten.
Und dabei haben wir einiges gelernt.
Vor allem wissen wir jetzt, welche vermeintlich kleinen Dinge im Alltag einen besonders großen Unterschied machen.
1. Halfter – 20 Stück waren innerhalb weniger Minuten weg
In unserer ersten Lieferung waren ungefähr 20 Halfter.
Wir haben zunächst unsere Partnerställe ausgestattet. Doch kaum war bekannt, dass weitere Halfter verfügbar waren, kamen Menschen aus der Pferdecommunity auf uns zu – und innerhalb weniger Minuten waren praktisch alle vergeben.
Halfter gehören zu den einfachsten Ausrüstungsgegenständen überhaupt. Gleichzeitig werden sie jeden einzelnen Tag gebraucht.
Und bei der Verteilung haben wir direkt die nächste Lücke entdeckt:
Wir brauchen Fohlenhalfter.
Es gibt auch junge Pferde und Fohlen, für die normale Halfter schlicht zu groß sind. Genau solche Dinge lernen wir erst, wenn die Ausrüstung tatsächlich vor Ort ankommt und wir gemeinsam mit den Menschen schauen, was gebraucht wird.

2. Schabracken und Satteldecken – klein, aber enorm wichtig
Eine Schabracke sieht vielleicht nicht nach dem spektakulärsten Ausrüstungsgegenstand aus.
Für uns gehört sie aber zu den Dingen, die einen besonders großen Unterschied für das Pferd machen können.
Denn was unter einem Sattel liegt, ist wichtig.
Wenn geeignete Pferdeausrüstung schwer erhältlich oder zu teuer ist, wird zwangsläufig improvisiert. Teilweise werden Materialien unter den Sattel gelegt, die dafür eigentlich nicht gedacht sind.
Das kann zu Reibung, Druckstellen und wunden Stellen führen.
Deshalb gehören Schabracken und geeignete Sattelunterlagen zu unseren persönlichen Prioritäten.
Es geht dabei nicht darum, ob ein Pferd besonders schön ausgestattet aussieht.
Es geht darum, dass ein Pferd, das regelmäßig geritten wird, möglichst vernünftig und pferdegerecht gesattelt werden kann.
Eine gebrauchte Schabracke, die irgendwo in Deutschland seit zwei Jahren unbenutzt im Schrank liegt, kann hier plötzlich jeden Tag auf einem Pferderücken liegen.
3. Putzzeug – manchmal verändert eine einfache Bürste den Alltag
Eine der eindrücklichsten Erfahrungen der ersten Runde war für uns das Putzzeug.
Wir haben unter anderem zwei große Säcke mit Bürsten und anderem Putzmaterial bekommen.
Und hier wird besonders deutlich, warum Zugang zu Ausrüstung überhaupt Teil von Bridging the Gap geworden ist.
Wir kennen Menschen, die ihre Pferde mit Gras oder improvisierten Gegenständen wie alten Sardinendosen bzw. Metallbehältern geputzt haben – nicht, weil ihnen ihre Pferde egal sind, sondern weil vernünftiges Putzzeug schlicht nicht verfügbar war.
Dann kommt eine Bürste an.
Keine teure Spezialausrüstung. Keine Luxusmarke.
Einfach eine Bürste.
Und plötzlich gibt es für dieses Pferd und seinen Pfleger ein Werkzeug, das jeden einzelnen Tag benutzt werden kann.
Genau solche Veränderungen wollen wir erreichen.
Und jetzt? Fünf Sättel für Ghana.
Die erste Runde hat uns gezeigt, dass der Bedarf noch viel größer ist, als wir zunächst angenommen hatten.
Halfter, Führstricke, Putzzeug, Schabracken, Trensen, Gebisse und Gurte werden weiterhin gebraucht.
Aber für die nächste Runde haben wir uns zusätzlich ein größeres Ziel gesetzt:
Können wir 5 Sättel für Ghana finden? 🇬🇭🐴
Wir suchen keine neuen oder besonders teuren Sättel.
Wir suchen gebrauchte, sichere und strukturell einwandfreie Sättel, mit denen wir fünf unserer Partnerställe gezielt unterstützen können.
Dabei geht es nicht darum, einfach möglichst viel Ausrüstung nach Ghana zu schicken.
Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern herausfinden, was tatsächlich gebraucht wird, passende Ausrüstung zugänglich machen und langfristig Strukturen schaffen, durch die gute Pferdeausrüstung in Ghana leichter verfügbar wird.
Das ist Bridging the Gap.
Die erste Lieferung war kein einmaliges Projekt.
Sie war der Anfang.
Wir möchten eine langfristige Verbindung zwischen der internationalen Pferdecommunity und der wachsenden Pferdecommunity in Ghana aufbauen – rund um Ausrüstung, Wissen, Pferdegesundheit und praktische Ressourcen.
Und deshalb möchten wir euch auch weiterhin zeigen, was mit den Dingen passiert, die ihren Weg zu uns finden.
Vielleicht liegt eine alte Schabracke bei euch im Schrank.
Vielleicht hängt irgendwo ein Halfter, das seit Jahren niemand mehr benutzt.
Vielleicht steht im Stall eine Putzbox, die längst ersetzt wurde.
Hier kann genau dieser Gegenstand plötzlich wieder jeden Tag gebraucht werden.
Und manchmal beginnt eine ziemlich große Veränderung mit etwas so Einfachem wie einer Pferdebürste.



